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Governance-Tests

Woran das Kollaborativ scheitern kann.

Das Kollaborativ ist anspruchsvoll und es löst nicht automatisch alle Probleme. Viele Probleme macht es sogar zunächst sichtbarer.

Typische Herausforderungen sind:

  • Overhead und Informationsflut. Wenn zu viele Kreise, Meetings und Dokumentationspflichten entstehen, wird die Organisation langsam.

  • Uninformierter Konsent. Wenn Menschen über Fragen entscheiden sollen, deren wirtschaftliche, rechtliche oder fachliche Grundlagen sie nicht verstehen, entsteht Scheinbeteiligung.

  • Blockaden. Wenn Einwände nicht sauber geprüft werden, kann Konsent zur Vetokultur werden.

  • Schattenhierarchien. Wenn formale Rollen unklar sind, entscheiden weiterhin die alten Machtzentren.

  • Trittbrettfahren. Wenn Mitunternehmertum nicht mit Verantwortung und Beitrag verbunden wird, profitieren manche von Beteiligung, ohne Verantwortung zu tragen.

  • Geschwindigkeit versus Fairness. Beteiligung braucht Zeit. Manche Entscheidungen müssen aber schnell getroffen werden.

  • Kapital versus Zweck. Wenn wirtschaftliche Interessen, Auszahlungswünsche oder Investorenlogiken zu stark werden, kann der Zweck der Organisation unter Druck geraten.

  • Prozessdrift. Verfahren können wichtiger werden als Wertschöpfung. Dann wird das Kollaborativ formalistisch.

  • Visionsdrift. Umgekehrt kann ein starker Zweck dogmatisch werden und wirtschaftliche Realität verdrängen.

Ein praxistaugliches Kollaborativ muss diese Risiken ernst nehmen. Es braucht nicht nur Prinzipien, sondern auch Korrektive:

  • klare Zuständigkeiten

  • begrenzte Beteiligung je nach Betroffenheit und Kompetenz

  • Entscheidungsfristen

  • Notfallverfahren

  • Rollenentzug oder Rollenwechsel bei Nichterfüllung

  • Konfliktverfahren

  • finanzielle Mindestleitplanken

  • regelmäßige Reviews

  • Dokumentation

  • Schulung

  • externe Prüfung oder Begleitung bei Bedarf

Das Kollaborativ ist damit keine konfliktfreie Organisation. Es ist eine Organisation, die Konflikte bearbeitbar macht.