Dokumentation
Lernen, Prüfen, Erinnern: Das Kollaborativ braucht ein Gedächtnis.
Entscheidungen, Rollen, Einwände, Verantwortlichkeiten und Änderungen dürfen nicht nur mündlich oder informell existieren. Sie müssen dokumentiert werden.
Dafür eignet sich ein Logbuch.
Das Logbuch kann digital geführt werden und enthält die wesentlichen Spuren der Governance:
Welche Entscheidung wurde getroffen?
Von welchem Kreis oder welcher Rolle?
Auf welcher Grundlage?
Welche Einwände wurden geprüft?
Welche Leitplanken waren relevant?
Wer ist verantwortlich?
Wann wird überprüft?
Welche Abweichungen oder Notfalleingriffe gab es?
Welche Lernpunkte ergeben sich?
Das Logbuch erfüllt mehrere Funktionen.
Es schafft Transparenz. Menschen können nachvollziehen, warum etwas entschieden wurde.
Es schafft Verbindlichkeit. Entscheidungen verschwinden nicht in Erinnerungen oder informellen Gesprächen.
Es ermöglicht Lernen. Wenn Entscheidungen überprüft werden, kann die Organisation erkennen, was funktioniert hat und was nicht.
Es unterstützt Rechts- und Haftungssicherheit. Geschäftsleitung und Aufsicht können besser zeigen, dass Entscheidungen auf angemessener Informationsgrundlage, in einem geordneten Verfahren und innerhalb definierter Zuständigkeiten getroffen wurden.
Es begrenzt Schattenmacht. Wer außerhalb der vereinbarten Struktur eingreift, muss dies sichtbar machen und begründen.
Dokumentation ist im Kollaborativ deshalb kein administrativer Zusatz. Sie ist Teil der Governance. Sie macht verteilte Führung beobachtbar und überprüfbar.
Wichtig ist allerdings: Dokumentation darf nicht zum Selbstzweck werden. Ein Logbuch muss praxistauglich bleiben. Es sollte so schlank wie möglich und so vollständig wie nötig sein. Die Organisation braucht keine Papierbürokratie, sondern eine nützliche Entscheidungsspur.
Das Kollaborativ: Überblick und Inhaltsverzeichnis
Markiert ist das nächste Kapitel
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Alle Rechte liegen bei Konrad Bechler | CC BY 4.0 Konrad Bechler