Kreise
Verantwortung organisieren: Rollen allein reichen nicht. Sie müssen in eine Struktur eingebettet werden. Dafür nutzt das Kollaborativ Kreise.
Ein Kreis ist eine Verantwortungseinheit. Er bündelt Rollen, die gemeinsam für einen bestimmten Bereich der Wertschöpfung oder Organisation zuständig sind. Ein Kreis hat ein klares Ziel, eine definierte Domäne, eigene Entscheidungsräume und eine Verbindung zur Gesamtorganisation.
Kreise sind keine Arbeitsgruppen im üblichen Sinne. Sie sind auch keine unverbindlichen Gesprächsrunden. Ein Kreis ist ein Ort, an dem Verantwortung gehalten und Entscheidungen getroffen werden.
Die Funktion eines Kreises besteht darin, Komplexität zu ordnen. Nicht jede Entscheidung muss in die Geschäftsführung. Nicht jedes Thema muss in ein Plenum. Nicht jede Rolle muss mit allen anderen Rollen alles abstimmen. Kreise schaffen abgegrenzte Verantwortungsräume.
Ein Kreis braucht dafür mindestens:
ein gemeinsames Ziel,
eine klare Domäne,
Rollen mit Verantwortlichkeiten,
Entscheidungsverfahren,
Informationszugang,
Dokumentation,
Verbindung zu anderen Kreisen,
regelmäßige Überprüfung.
Die Kreise einer Organisation bilden zusammen eine Governance-Architektur. Sie ersetzen nicht zwingend die rechtlichen Organe, aber sie prägen die tatsächliche Entscheidungsstruktur. Deshalb müssen sie rechtlich und organisatorisch ernst genommen werden.
Typisch ist eine Unterscheidung zwischen operativen Kreisen, Koordinationskreisen und einem strategischen oder integrierenden Topkreis.
Operative Kreise verantworten konkrete Wertschöpfungsbereiche. Sie sind nah am Markt, an Projekten, Produkten, Kund:innen oder internen Leistungen.
Der Koordinationskreis verbindet die operativen Kreise. Er bearbeitet Abhängigkeiten, Ressourcenkonflikte, übergreifende Prioritäten und Fragen, die nicht in einem einzelnen Kreis entschieden werden können.
Der Topkreis hält die Gesamtperspektive. Er befasst sich mit Zweck, Strategie, grundlegenden Leitplanken, langfristiger Entwicklung und Fragen, die die Identität oder Tragfähigkeit der Organisation betreffen.
Diese Ebenen dürfen nicht mit klassischer Hierarchie verwechselt werden. Der Topkreis ist nicht einfach „die neue Geschäftsleitung“. Er ist ein Integrationsort. Der Koordinationskreis ist nicht bloß ein Managementboard. Er verbindet operative Verantwortung. Unterkreise sind nicht nur Teams. Sie haben definierte Domänen.
Die Wirkung dieser Struktur liegt darin, dass Verantwortung verteilt und zugleich verbunden wird. Das Kollaborativ schafft keine flache Organisation ohne Ordnung. Es schafft eine mehrdimensionale Ordnung, in der Entscheidungskraft dorthin wandert, wo sie sachlich hingehört.
Das Kollaborativ: Überblick und Inhaltsverzeichnis
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